Mit dem Begriff „Ägyptische Kunst“ wird im Allgemeinen die Kunst des Alten Ägyptens bezeichnet. Die Hochkultur des Alten Ägyptens wird meist auf den Zeitraum zwischen dem 4. Jahrtausend vor Christus ( Ausbildung der Dynastien ) und dem Jahr 31 vor Christus ( Schlacht bei Actium ) datiert. Die Ägyptische Kunst dieser Zeit erstreckt sich auf die Bereiche Architektur, Malerei und Bildhauerei. Die Kunst galt überwiegend den Toten.
So wurde die weltberühmte Cheobs-Pyramide, eines der wichtigsten Werke altägyptischer Baukunst, zu Zeiten der 4. Dynastie als Grabmal für den Pharao Chufu geschaffen. Die Cheobs-Pyramide ist mit 147 m Höhe die höchste Pyramide der Welt und die größte der drei Pyramiden von Gizeh.
Viele Werke der altägyptischen Malerei stammen ebenfalls aus Gräbern. Die Bildgestaltung folgt meist bestimmten Mustern, die man noch heute als typisch für die altägyptische Kunst erkennt. Während Kopf und Beine der Figuren im Profil dargestellt werden, sind die Körper meist frontal zu sehen. Die Figuren werden in keinen „natürlichen“ Hintergrund eingebettet, Lichteffekte werden vermieden und es wird von Bedeutungsperspektive Gebrauch gemacht, d.h. die Größe der dargestellten Figuren bemisst sich nach ihrer Wichtigkeit. Im Allgemeinen wirkt die Figurenanordnung oft starr.
Im Bereich der Bildhauerei brachte die Ägyptische Kunst überwiegend Skulpturen für Grabanlagen hervor. Diese Skulpturen sollten den Toten darstellen. Hierbei ging es vor allem um die Darstellung des Wesens des Verstorbenen, weniger um die individuelle Gestalt desselbigen.
In der Antike wurde die Ägyptische Kunst sehr geschätzt, geriet im Europa des Mittelalters jedoch weitgehend in Vergessenheit. Erst unter Napoleon wurde die Ägyptische Kunst wieder entdeckt, was zeitweise zu einem regelrechten Ägypten-Wahn führte. Bis heute finden sich in Kunst, Architektur und Design immer wieder ägyptische Einflüsse.
Wichtige Sammlungen Ägyptischer Kunst befinden sich im Ägyptischen Museum in Kairo, im Britischen Museum in London, im Louvre in Paris und im Metropolitan Museum of Art in New York.